-
Lokale Verbalakrobaten

Geht es nur mir so das ich das äusserst belustigend finde ? Diese vermeintliche Live-Schaltung von lokalen Radiosender während der Berichterstattung zu einem Mitarbeiter der örtlichen Polizeistelle:„….der Tatverdacht Konkretisierte sich dahingehend so das die Verhaftung des Tatverdächtigen eingeleitet werden konnte…“
Die Kombination von verbeamtetem Deutsch und ungeübtem Vortragen in unüberhörbarem Dialekt birgt in sich eine nur schwer in Worten zu fassende Komik, die sich leider dem geneigtem Hörer erst live im Radio in seiner vollen Pracht erschließt.
-
Habe da mal eine blöde Frage…
Es gibt Kollegen, die beginnen 90% aller Gespräche die sie mit mir führen mit dem Satz „Ich habe da mal eine blöde Frage“. Das ist überhaupt nix schlimmes, keine Frage ist zu blöd um nicht gestellt zu werden. Lieber 5x zuviel gefragt.
Trotzdem ertappe ich mich immer wieder dabei, speziell bei einem ganz bestimmten Kollegen, wie mir mit einem diabolischen Grinsen im Gesicht die Antwort „Können Sie auch anders Fragen“, oder auch „Haben sei schon jemals anders gefragt ?“ oder auch immer wieder „Alles andere hätte mich überrascht“ auf der Zunge liegt. Mit jedem Gespräch wandert einer dieser Sätze ein kleines Stück weiter Richtung Zungenspitze.
-
„Da dürfen nur deutsche Kinder spielen“
Wie so ziemlich jede Mittagspause trotte ich auch heute Mittag wieder mal in den benachbarten Verbrauchermarkt. Primäres Ziel: Dönerbude, Sekundäres Ziel: Zeitschriften, Ungesunde Sachen, Getränke
Kurz vor dem Drehkreuz, rechter Hand befindet sich eine Art Sonderverkaufsfläche. Das Thema dieser Woche lautet offenbar „Sachen für den Garten“ In besagter Sonderverkaufsfläche befand sich unter anderem auch ein sehr großer Karton mit einer Rutsche. Der Karton war von aussen bebildert und das vermeintliche Objekt der Begierde groß darauf abgebildet. Rechts neben der Abbildung der Schaukel dann die Inhaltsbeschreibung. Diese Inhaltsbeschreibung zierte rechts oben eine gut sichtbare Deutschlandflagge.
Ein etwas 8-10 jähriger Junge beuge sich interessiert zu dem Karton herunter, deutete auf die Deutschlandflagge, dreht seinen Kopf in Richtung neben ihm stehenden Vater und sagt mit einem seltsam emotionslosen Unterton: „Da dürfen nur deutsche Kinder spielen“ Die Nationalität des Jungen war nicht deutsch, vermutlich türkisch.
Noch auf Höhe der Konservendosen (Ich hatte das drehkreuz inzwischen passiert) musste ich grübeln ob der kleine Junge das im Spaß oder Ernst meinte und ob er ein verstecktes Grinsen aufgesetzt hatte.
Na ja, in Schweinau (Stadtteil von Nürnberg in dem ich arbeite) geht immer was 😉
-
Holland, ein kurzer Rückblick (Video)
Das Arbeitsleben hat mich (leider) wieder. Der 2. Tag fühlt sich schon mal so richtig scheize an. Ein guter Zeitpunkt den Holland-Urlaub noch einmal Revue passieren zu lassen.
Der Deutsche an und für sich mag den Holländer ja nicht. Der Holländer wird ja immer als Wohnwagen schaukelnde Fußballprovokation angesehen. Ich war jetzt das zweite Mal in Holland (das erste Mal glaub ich 1994, damals aber noch in ganz anderer Mission) und ich muss ganz ehrlich sagen, mir gefällt es dort wirklich sehr gut.
Schon die Architektur dort wirkt wesentlich lebendiger und ansprechender als bei uns. Die Autobahnen dort sind nicht eingebaut, man hat freie Sicht auf die Landschaft links und rechts der Straße.
Die Geschwindigkeit ist dort auf 120 km/h begrenzt. Das wirkt im ersten Moment ziemlich ätzend. Letztendlich ist es aber ein wesentlich angenehmeres Reisen. Was ist denn Alltag auf unseren „unbegrenzten“ Strecken ? Linke Spur, BMW/Mercedes/Audi mit 200 +, mittlere Spur 120, Rechte Spur meist eher ängstliche Autofahrer zwischen 60-80. Der langsame Fahrer auf der Rechten Spur überholt einen noch langsam fahrenden vor ihm. Natürlich kümmert er sich in keinster Weise darum wie schnell der auf der mittleren Spur fahrende hinter ihm fährt. Der ist ja auch noch weit weg. Dummerweise fährt der aber 150, muss also gewaltig abbremsen um den überholenden nicht hinten rein zu krachen. Idealer weise (Vorsicht Ironie) weicht der auf der mittleren Spur fahrende dann auf die Linke Spur aus. Ebenfalls ohne sich Gedanken über den von hinten kommenden mit 240 fahrenden zu machen. Dieser muss ebenfalls krass in die Eisen steigen. Fazit: Alle 3 genervt, angepannt, aggresiv.
In Holland wird auf der ganz Rechten Spur meist 100 km/h gefahren, ganz links 120-130 km/h. Ein Spurwechsel läuft völlig unproblematisch ab, die die Geschwindigkeitsdifferenz ja minimal ist. Natürlich funktioniert das in einem kleineren Land wesentlich besser, da ja die Strecken entsprechend geringer ausfallen.
Nicht falsch verstehen, ich blätter auch gern auf der linken Spur und lass es mal ordentlich laufen, trotzdem fand ich das reisen auf Holländischen Autobahnen wesentlich entspannter. Der entstandene Zeitverlust durch die langsamere Geschwindigkeit ist wesentlich geringer als erwartet und ich komme wesentlich entspannter an. Die Autolobby in Deutschland wird das aber zu verhindern wissen, also kein Angst.
Die Holländer sind sehr kinderlieb, sehr tollerant und hilfsbereit. Das ganze Land ist ein reines Fahrradparadies. Jeder Fahrradfahrer dort pocht aber auch auf seine Vorfahrt, der erste Blick im Straßenverkehr sollte auf jedem Fall dem Fahrradweg gehören 😉
Ich höre mir generell soweit möglich lokale Radiosender im Urlaub an. Im Hollandurlaub hab ich natürlich von dem gesprochenen so gut wie nix verstanden, aber das ein oder andere sehr interessante Musikstück entdeckt.
Die Band in dem folgenden Urlaubsvideo heißt Blof und sind sehr Erfolgreich und bekannt in Holland. Das Lied MENS ist dort zur Zeit auf Platz 1 der Hitparade zu finden. Film ab:
-
Idiotenalarm

Zu meinen Standardaktivitäten wenn ich in der Nürnberger Innenstadt bin, gehört es die einschlägigen Elektronikläden nach Neuerungen zu durchstöbern. TV, PC, DVD, GAMES, was der Mensch eben so braucht. Heute stehe ich in einem großen Elektronikfachmarkt in der Mac-Ecke und bewundere gerade ein Powerbook. Links neben mir steht ein ca. 40 jähriger Herr sehr interessiert an einem Sub-Notebook. Der Verkäufer ist kurz verschwunden um bei einem Kollegen eine Information für den potentiellen Kunden einzuholen.Der Typ leichter Bierbauch, möchte gern Nobel Outfit betrachtet das Notebook mit einer Gestik und Mimik als hätte er mindestens 10 Jahre seines Lebens bei Toshiba in der Notebookdauertestabteilung gearbeitet.
Ich kann nicht genau erklären warum ich meine Augen nicht von ihm ablassen konnte, evtl. so ein 7. Sinn. Und dann passiert es:
Er nimmt das Notebook hoch, zieht mit einem verwegenen Gesichtsausdruck das Netzteil ab. Ich denke mir, er wird doch nicht…
Doch er tut es. Mit genau dem gleichen Gesichtsausdruck zieht er zielsicher den Diebstahlschutz ab (USB- Spiralkabel, ziemlich auffällig) Es passiert was passieren muss. Dieses widerliche jemand-will-ein-Notebook-klauen-Gepfeiffe ertönt und dröhnt widerwärtig in meinen Ohren. Der Typ nestelt mit einem gar nicht mehr so coolem Gesichtsausdruck verzweifelt an dem USB- Stecker herum und versucht die Diebstahlsicherung wieder einzustecken. Natürlich hält er den Stecker falsch herum. Aber auch völlig egal, das Ding lässt sich sowieso nur mit einem Schlüssel irgendwo versteckt unter der Deko deaktivieren.
Mich zerreist es innerlich fast und ich muss mich dezent zur Seite drehen um nicht laut los zu prusten. Zum Glück ist der Verkäufer relativ schnell zur Stelle und deaktiviert professionell den Alarm ohne ein Wort zu verlieren.
Ich grinse ein letztes Mal in mich und wechsle die Abteilung.