• erlebtes

    Eine andere Welt

    Science Fiction hat mich schon immer fasziniert. Ganz besonders das Thema Zeitreise und Paralleluniversen. Der heutige Tag, genauer der heutige Morgen erinnerte mich irgendwie daran. Ich habe das Glück diese Woche etwas später anfangen zu können, genauer um 10.00 Uhr.

    Als ich mich dann heute morgen ausgeschlafen und frisch (was ja an einem normalen Arbeitstag mit Beginn 7.00 Uhr leider nicht möglich ist ;)) in mein Auto gesetzt habe und durch die Hofeinfahrt fuhr, war ich zuerst etwas verwirrt.

    Ich dachte plötzlich in eine Art Raum-Zeit-Spalte gefallen zu ein. Überall jede Menge Autos, Leute, Menschanauflauf und überfüllte Geschäfte. Gleich 50 Meter von meiner Hofeinfahrt gibt es einen Plus, 2 Bäckereien, einen Gemüsehändler, Zeitschriftenladen, Metzger. Das sich mir darbietende Szenario erinnerte an Hamsterkäufe aus Filmen wie Armagedon. Ich konnte mir nicht vorstellen das an einem Montag um 9.30 Uhr derartiges von Statten gehen sollte.

    Den Rest der Fahrt ins Büro grübelte ich über dieses Phänomen nach. Die Zeitreisegeschichte erschien mir dann doch zu abenteuerlich. Letztendlich gab es genau 2 Möglichkeiten:

    Die erste, wahrscheinlichere davon: Es gibt diese andere Welt jeden Tag, nur erlebe ich sie nie da ich zu dieser Zeit das Firmengebäude ja nicht verlasse. Die zweite, etwas unwahrscheinlichere: Alle haben Urlaub, nur ich nicht. Denkbar wäre auch eine Mischlösung zwischen 1 und 2. Ich werde mich jedenfalls Samstag Vormittag nicht mehr darüber beschweren das hier viel los ist, vor meiner Hofeinfahrt, RICHTIG viel los ist hier nämlich morgens um halb 10

  • erlebtes

    Doppelkrankenbesuch

    Der heutige Sonntag lief so ganz anders als die letzten. Kein früh zum Becker, Brötchen und Welt am Sonntag kaufen. Nein, es gab Apfelküchle, und somit bestand natürlich auch kein Bedarf an Sonntagsbackwaren. Die nicht gekaufte Zeitung verschafft somit auch einen 2 Stündigen Zeitgewinn, wenn auch ein gewaltiges Informationsdefizit.

    Auf dem To-Do-Plan stand ein Besuch zweier REHA-Patienten die zufällig beide in Herzogenaurach untergebracht sind. Einer hatte sich jedoch für das Wochenende nach Hause verzogen, na ja, das gute an einem Doppelbesuch, es bleibt ja immer noch einer übrig.

    Ist schon lustig, seit ich von meiner noch nicht finanzierten EOS 400 D träume, treffe ich fast täglich auf Gelegenheiten sie ausgiebig zu nutzen. Zum Glück reichte aber die Immerdabeihab-Samsung aus:

    Sonnenuntergang

  • erlebtes

    Stau

    So, 18.34 Uhr und jetzt hat es mich auch mal erwischt. Stau, auf dem weg ins Kino. Zum glück aber noch mehr als reichlich zeit und sehr feine CD im MP3-Player. Nein, ich lasse mich nicht stressen ganz im Gegenteil, ich geniesse die Musik tippe während der Stop und Go phasen, bewundere die traumhaften Farben der Laubbäme am Strassenrand. Amüsiere mich über die blonde atraktive Dame in meinem alter die offenbar sehr unter Termindruck zu stehen scheint, geradezu agressiv, trommelt sie gelegenlich auf ihrem Lenkrad. Mir egal, heute ist mein erster freier Freitagnachmittag seit langem und so ein Stau lasst mich kalt, vor allem bei geöffnetem Fenster und angenehmen 18 Grad.
    Wäre jetzt allerdings früh morgens, kurz vor Arbeitsbeginn, ich hatte schon langst ins Lenkrad gebissen.

    Doch 11 Stunden später ertrage ich lammfromm die Situation. So, hälfte des Stauweges geschafft, etwas zu trinken wäre jetzt gut. Unvorstellbar jetzt nicht in einem Automatikfahrzeug zu sitzen, ich fürchte meine Gelassenheit wäre langsam dahin.

    A Pro Po Gelassenheit, ist dieser Drecksstau nicht langsam vorbei ?
    stau

  • erlebtes

    Dienstleistung 2.0

    Paypal
    Ich war selbst gute 10 Jahre im Vertrieb und habe dort so ziemlich alle Höhen und Tiefen mitgemacht. Generell musste ich in den letzten Jahren als Privatperson viel schlimmes im Dienstleistungssektor miterleben. Der Kunde ist König. Hah… da muss man schon sehr weit gehen. Zu oft wurde ich eher als unerwünschte lästige Plage behandelt.

    Umso schöner fand ich dann das gestrige Erlebnis, welchem ich gerne das Prädikat Dienstleistung 2.0 geben möchte. Kurz die Vorgeschichte:

    Ich hatte vor etlichen Jahren einen Account bei Paypal. Ich glaube mich zu erinnern für irgendeinen etwas teureren Verkauf bei EBAY. Der Account liegt aber länger brach. Als ich diesen Account gestern abend wieder reaktivieren wollte um meinen Flickraccount auf einen Pro-Account upzudaten musste ich feststellen das sämtliche Versuche der Online-Wiederherstellung scheiterten. Ok, schnell einen neuen Account angelegt. Leider war mein Bankkonto bereits für den alten Account reserviert und nicht für den neuen zu verwenden.

    Gestern Abend also eine E-Mail an Paypal mit der Bitte um Löschung des alten Accounts. Ich rechnete mit einer automatischen Antwort das mein Anliegen registriert wäre, so innerhalb von 3-4 Tagen. Und was kam bereits heute morgen ?

    Mein Name ist BlaBla. Gern bin ich Ihnen bei Ihrem Anliegen
    bezüglich der Bankkontohinterlegung behilflich.

    Ihr Bankkonto….

    ….. Ich bitte um Ihr Verständnis und möchte mich für eventuell entstandene
    Unannehmlichkeiten entschuldigen.

    Bitte zögern Sie nicht, sich mit uns in Verbindung zu setzen, falls Sie
    Unterstützung benötigen oder weitere Fragen haben.

    Mit freundlichen Grüßen,
    BlaBla
    PayPal Kundenservice
    ein eBay-Unternehmen

    DAS nenne ich Dienstleistung 2.0

  • erlebtes,  menschlich

    Meine erste Trauung

    Klingt komisch, ist aber Tatsächlich passiert, ich in meiner ehemaligen Eigenschaft als Priester habe tatsächlich mal eine Trauung abgehalten. Wie ich gerade jetzt darauf komme ? Ein Zettel ist Schuld. Nicht irgendein Zettel. Nein. Der Zettel mit den Worten die ich mir als „Predigt“ zurecht gelegt hatte. Crosa ? Priester ? Hääääääh ? Spinnt der ?

    Nein, ich spreche von meiner Zeit als Priester in dem Onlinespiel World of Warcraft. In diesem Spiel gibt es unter anderem verschiedene Klassen. In meinem Fall war das dann ein Heiler, im Spiel Priester genannt. Da es sich um ein Rollenspiel handelt (zumindest im weitesten Sinne, sicher nicht um DAS Rollenspiel ;)) besteht der Spielalltag eben auch aus gewissen gemeinschaftlichen Unternehmungen abseits des Monsterschlachtens und Quests erledigens.

    Ein befreundetes Pärchen aus dem Spiel das auch im wahren Leben ein Paar ist, hatte dann irgendwann die Idee INGAME zu heiraten. Beide hatten mich dann höflich gefragt ob ich sie denn trauen könnte. Natürlich habe ich zugesagt. Natürlich wollte ich mich nicht einfach nur hinstellen und die obligatorische „Willst du….“ frage stellen. Ich habe mich also im Internet etwas schlau gemacht. Sehr interessantes Thema für einen ledigen 😉

    Geradezu unglaublich wie viel kommerzielle Seiten sich mit dem Thema Hochzeit und alles was dazugehört beschäftigen. Aus etlichen verschiedenen Seiten habe ich mir dann eine Art Predigt zusammengeschrieben. Und genau diesen Zettel habe ich vor 15 Minuten gefunden und seltsamer Weise überkamen mich gerade die Erinnerungen wie ein Flashback:

    Da stand ich also, alle Hochzeitsgäste hatten eine Gasse gebildet durch die das Brautpaar auf mich zu geschritten kam. Die beiden Trauzeugen links und rechts von mir. Virtuell oder nicht, es war einfach irgendwie ein besonderer Moment. In der Zeit meiner WoW-Sucht-Spielperiode hatte man ja jeden Tag mehrere Stunden Kontakt mit den anderen Gildenmitgliedern, natürlich viele via Headset. In gewisser Weise waren also lauter „Freunde“ und „Bekannte“ anwesend.

    Ich hielt also meine Predigt, genauer ich schrieb sie, live um genau zu sein, vorgefertigte Makros schienen mir unpassend, nur via Headset auch schlecht, da nicht jeder ein Headset hatte. Ich muss sagen, diese guten 10 Minuten haben mich innerlich sehr bewegt, ich kann es nicht genau erklären warum, es waren ja eigentlich nur ein paar Haufen Pixel. Doch in den ungefähr 40-50 Tagen Nettospielzeit WoW war das definitiv einer der schönsten Momente.

    WoW-Hochzeit

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