• erlebtes

    Sonnenloses Bahnmuseum I

    Nachdem auch an meinem letzten Urlaubstag die Sonne nicht mitspielen wollte, ging es halt Indoor auf Motivjagd. Etwas Kultur tut ja gut, also warum nicht ein Museum. Das DB-Museum hier in Nürnberg bietet doch so einiges für den verwöhnten Sucher.

    Nicht ganz einfach abzubilden sind die vielen schönen Eisenbahnmodelle hinter Glaskästen:
    Eisenbahn Modelle

    Dieser Raum hat eine ganz eigene Atmosphäre, ich hoffe es ist mir gelungen das etwas einzufangen:
    Besondere Objekte

    Unvorstellbar welch Knochenjob früher die Telefonauskunft war:
    Telefonauskunft

    Auch die Bahn-Geschichte der DDR (Reichsbahn) gibt es hautnah:
    DR-Führerstand

    Technik kommt natürlich auch nicht zu kurz:
    Radreifen

    20 Jahre ist das jetzt her, mir ist irgendwie als wäre es gestern gewesen:
    Vor 20 Jahren

  • erlebtes,  menschlich

    Der Erzähler

    Gestern am frühen Nachmittag in der Nürnberger Innenstadt wurde ich wieder zum unfreiwilligen Beobachter. Ich hatte gerade einen Buchladen betreten und spazierte zielstrebig zur Abteilung Digitalfotografie. Der Gang dorthin ist relativ schmal und so wurde ich schon im vorbei laufen ungewollter Zeuge. „Wenn du den Strich am Anfasser nimmst kann du….“ „Ich würde das anders machen, das geht viel einfacher, du brauchst einfach nur das Quadrat…“ Zuerst machte ich mir überhaupt keine Gedanken über die Zwei.

    Als ich dann so gut 3 Meter Entfernt neben den beiden eine bequeme Position einnahm und mich gerade in ein ausgewähltes Buch vertiefen wollte, wurde mir bewusst, das der ältere der beiden immer noch ununterbrochen redete. Er erzählte seinem Nebenmann irgend etwas über die Möglichkeiten eines 3D- Programmes. Es ging um irgendwelche Konstruktionen. Er versuchte offenbar den praktischen Nutzen bezogen auf das vermutlich beiderseitige Arbeitsleben darzustellen. Soweit ja nichts ungewöhnliches und auch nicht Wert darüber zu berichten.
    .
    Doch es war eine ganz besondere Art von Erzähler. Und auch eine besondere Art des Zuhörers. Man könnte sagen, für den Erzähler der perfekte Zuhörer, für den Zuhörer jedoch die Hölle auf Erden. Ich wollte ja gar nicht, doch ich konnte irgendwie gar nicht anders als dem Gespräch zu lauschen. „Wenn du die Bla-Achse durch den Blibla-Koordinaten ein Rechteck ausschneidest…“ So ähnlich muss sich wohl der Hörsaal einer Universität anhören. Der Zuhörer hatte dem nicht viel entgegen zusetzen „…Hm….ja……emhm…….. ja………Ah ha…..“ Es war offensichtlich, der Zuhörer hatte zwar ein begrenztes Interesse an der Thematik, war aber offenbar in keinster Weise in der Lage sich des Vortrages zu erwehren.

    Der ältere der beiden, ich schätze ihn mal so auf Ende 40, Anfang 50 schien in seinem Thema aufzugehen. Ich hatte inzwischen das vielleicht 5. Buch in der Hand und ganz ehrlich, der Tip nervte mich jetzt schon. „Das geht aber viel besser als hier steht. Ich nehme einfach die Teilmenge, ziehe den Quader ab….“ Keine Ahnung wie lang das… Ich nenne ihn jetzt mal Opfer diesen Monolog schon ertragen musste. Das Opfer, vielleicht Ende 30, immer noch in der absolut passiven Rolle. Hätte ihn das Thema in dieser Ausführlichkeit wirklich interessiert, so hätten seine Kommentar doch zumindest etwas Begeisterung enthalten müssen. Doch diese offensichtlichen verbalen Signale brachten den Referenten nicht mal Ansatzweise zum Bremsen.

    Tatsächlich schien er es jedoch irgendwann geschafft zu haben, die beiden zogen weiter. So 10 Minuten später hatte ich meine Buchwahl getroffen und zahlte gleich im zweiten Stock. Auf dem Weg nach unten traf ich die beiden wieder. Am Taschenbuchstand hatte mein Erzähler ein Buch in der Hand und fing erneut an dem Gegenüber das Ding schmackhaft zu machen. Ich bildete mir ein eine gewisse Verzweiflung im Gesicht des Opfers zu erkennen. Er hatte seine Taktik jedoch nicht geändert. Er versuchte weiterhin mit einem nur mässig interessierten „Hm….Ah ja, ….EmHm…..soso….“ Irgendwie glücklich die beiden hinter mir zu lassen verließ ich den Buchladen.

    Keine Ahnung in welchem Verhältnis die beiden zueinander standen. Chef und Angestellter ? Einfach nur Arbeitskollegen ? Vater und Sohne ? Vielleicht auch eine Mischung daraus und eigentlich j auch egal 😉

  • erlebtes

    Shoppingtour

    So, endlich wieder auf dem Sofa. Der heutige Tag startete wesentlich später als ursprünglich geplant. Schuld war Staffel 3 von the 4400. Gegen 11.00 Uhr dann aber auf meinem Spezialparkplatz eingetroffen. Auf der To do Liste stand Literatur zum Thema RAW-Photo-Bearbeitung und Infos zum Thema Teleobjektiv einholen. Die 300,- EUR im Rucksack, ein Überbleibsel von Weihnachten als Spontankauf-Reserve kamen aber nicht zum Einsatz.

    Erwähnenswert ist auf alle Fälle der Besuch der Feinkostabteilung bei Karstadt. Die Feinkostabteilung bei Kartstadt ist irgendwie anders als andere Lebensmittelabteilungen. Es beginnt schon mit den deutlich kleineren Einkaufswägen die es sonst nur für Kleinkinder in einigen anderen Märkten gibt. Es fällt schwer, das besondere Flair dort jemanden zu beschreiben der dort noch nicht selbst eingekauft hat. Was soll ich sagen, ich gehörte definitiv nicht in das Raster der Stammkunden dort. Umso interessierter beobachte ich die dort einkaufende Bevölkerungsschicht die sich selbst wohl am ehesten als „Besserverdiener“ titulieren würde. So betrachte ich angewidert schrecklich herausgeputzte alte Wachteln in widerwärtigen Pelzmützen und Pelzmänteln (Ich wünsche mir in solchen Situationen immer eine pinkfarbene Spraydose). Dickbäuchige Lodenmantelträger mit Kaschmierschals und Hüten. Generell scheint der typische männliche Karstadtfeinkostabteilungseinkäufer Hutträger zu sein. Nichts gegen Kopfbedeckungen bei kalten Temperaturen, ich selbst trage auch eine Mütze wenn es kalt am Kopf ist, doch diese Art von Kopfbedeckung erscheint mir sehr suspekt.

    Keine Ahnung warum mich das Publikum dort so überhaupt nicht anspricht, erstrebenswert erscheint mir eine derartig „Zukunft“ keines falls. Ich freue mich eher darüber etwas anders zu sein. Ich überlege gerade mir einen Stuhl zu schnappen, mich hinzusetzen und mir Notizen über einge der Besucher zu machen um sie detaillierter Beschreiben zu können, deratige Beobachtungen werden ja leider immer nur flüchtig gespeichert. Doch ein Gast am dortigen Restauranttresen fällt mir besonders auf. Er schwenkt sein Rotweinglas als wäre er Weintester in einem sündhaft teuren Restaurant und macht einen möglichst wichtigen Gesichtsausdruck. Nach 3 Schlücken Wein stellt er sein Glas auf den Tresen und schlägt die Blödzeitung auf. Es fällt mir schwer ein lautes Lachen zu unterdrücken.

    Nach Besuchen bei Campe und Hugendubel bin ich etwas Enttäuscht, die passende Literatur zum Thema RAW-Photobearbeitung finde ich nicht, ganz ohne möchte ich auch nicht gehen und investiere mal 14,95 EUR für Digitale Negative: Camera Raw. In einem Elektronikfachmarkt entdecke ich ein Sigma 55-200mm Zoom für 99,- *Uff* Kann man bei diesem Preis vernünftige Abbildungsleistung erwarten ? Andererseits, für 99,- EUR könnte ich rausfinden wie mir dieser Brennweitenbereich gefällt ohne gleich richtig viel Geld investieren zu müssen. Ich werde heute Abend lieber erstmal in ein paar Foren Erfahrungsberichte durchlesen.

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