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Crosas Bauernregel
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Die 3 Regeln
Vor vielen Jahren habe ich einen für mich sehr beeindruckenden Film von John Singleon gesehen, Boyz n the Hood. Die Geschichte von 4 schwarzen die in LA aufwachsen. Von sehr vielen Filmen die ich schon gesehen habe war es für mich einer der beeindruckendsten . Die warscheinlich entscheidende Stelle hat mich doch auch ein wenig geprägt.
Daddy (Laurence Fishbourne) ist mit seinem bis dato bei der Mutter lebenden Jungen (Cuba Gooding Jr,damals noch völlig unbekannt) beim Angeln und möchte ihn aufs Leben vorbereiten. Er erklärt ihm die drei wichtigen Regeln:
1. Sehe den Menschen immer in die Augen
2. Respektiere nur den der dich auch respektiert
3. Habe niemals Angst davor jemanden um etwas zu bitten, dann must du nicht stehlen
Für den ein oder anderen mag das sehr lächerlich klingen, aber ich habe (tue es immer noch) immer versucht mich an diese Regeln zu halten.
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Zitat des Tages / 1000. Beitrag ;)
Wer fragt, ist ein Narr – für fünf Minuten. Wer nicht fragt, ist ein Narr ein Leben lang
[via: Signatur in einem Forum]
Edit:
Mir ist gerade aufgefallen, dieser Beitrag ist der 1.000 Beitrag auf Facing. *Sektkorkenknall* 😉 1 Jahr und 119 Tage hat es gedauert, und 7347 Kommentare gab es auf meine geistigen Ergüsse. Vielen Dank dafür 🙂 -
Zitat des Tages
They say if you play a Microsoft CD backwards you hear satanic messages. That’s nothing, because if you play it forwards it installs Windows
[Signatur in eines Forumusers]
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Ein Ort in Aufruhr
Es herrscht eine angespannte Stimmung in St. Gschwumbl. Mehrere dutzend Augenpaare sind auf den Nordosthang des „Säuwatz“ gerichtet. Die Augenpaare gehören den Bewohnern des beschaulichen Ferienorts am Fuße des Säuwatz im freundlichen Niederoberaberösterreich. Aus dem leisen, aber erregten Gemurmel auf dem Markplatz sind nur einzelne Wortfetzen zu hören.
Dinge wie „Unerhört..“, „Wie kann er nur..“, oder „Boah, die hat ja ein paar dicke…“ schwirren in der Luft umher. Dann erhebt eine Frau mit Fernglas am Rande der Veranstaltung ihre Stimme: „Da!“
Köpfe drehen sich. Oben am Berg, in der idyllischen Abenddämmerung, sieht man plötzlich einige mächtige Tannen schwanken und wanken. Man hört einige Tiere schreien. Dann: Ein Lichtblitz. Die Menge stöhnt.
„Zweiundzwanzigtausendsiebenhundertvierunddreißig“ sagt eine andere Frau und kritzelt einen Strich auf ihr Klemmbrett. Sie sagt es ohne Punkt am Schluss, als ob die nächst höhere Nummer mit tödlicher Sicherheit folgen wird.
Am Gasthaus „Zum goldenen Schuß“ lehnt der Ortsvorsteher von St. Gschwumbl im offenen Türrahmen und kippt sich ein Bier nach dem anderen hinter die Binde. Einige sind auch auf seinem Hemd gelandet. Den obersten Hosenknopf hat sich August Dinkelbrot bereits gelockert. Sein Blick ist verzweifelt. „Das ist jetzt schon der zweite Tag in Folge“, sagt er. „Er hört nicht auf!“.
Sein Blick wandert wieder zum Berghang, während seine Frau Edna ihm sorgenvoll die Hand tätschelt. „Wissen Sie“, fährt Dinkelbrot fort, „wegen mir kann er ja da oben machen, was er will. Das ist ja noch nicht einmal das schlimmste“. Er rollt mit den Augen. „Kommen sie mal mit“
Dinkelbrot führt uns um den „Goldenen Schuß“ herum in die dahinter liegende Turnhalle der kleinen Ortschaft. Dort bietet sich ein erstaunlicher Anblick: Dutzende Rehe, Hirsche und Wildsäue. Einige Luchse. Igel, Frettchen …sogar einige Schmetterlinge. Fast alle Tiere total verängstigt, mit weit geöffneten Augen, zitternd.
Einige Hasen sitzen stoisch und regungslos auf den Bänken über einer Tasse Kaffee. Eichhörnchen verschlabbern nervös ihren Whiskey an der notdürftig eingerichteten Hotelbar in der Hallenecke. Weiter hinten in der Halle sitzt sogar ein Braunbär. Der Bär plappert aufgeregt mit einem gepflegten, beschlipsten Herrn im dunkelblauen Anzug.
„Der Bär will eine Klage einreichen“, sagt Dinkelbrot, „wegen Verletzung der Persönlichkeitsrechte“. Meister Petz stellt sich plötzlich auf die Hinterbeine, holt mit seiner Pranke aus und klatscht dem Anwalt in die Visage, dass dieser vom Hocker kippt. Sofort rauscht aus einer Seitentür ein identisch aussehender, neuer Anwalt heran, schnappt sich die Unterlagen seines Vorgängers und versucht den Bär zu beruhigen.
„Dieser…. dieser …Paparazzi…“, fährt Dinkelbrot fort und deutet in Richtung Säuwatz, „..hat den Bär erwischt beim …ähm.. sie wissen schon. Der ist ganz schön sauer sag ich ihnen! Frau Bärin ist noch hinten im Sauerstoffzelt“.
Dinkelbrot wirkt ratlos. „Es wird eng. Aber es kommen immer noch mehr Tiere vom Berg herunter. Mit jedem neuen Foto, mit jedem Augenblick, in dem der Fotoblitz aufglimmt“. Er bricht in hysterisches Gelächter aus. „Sogar ein Schneeleopard kam ins Dorf gerannt und bat um Asyl. Wir wussten noch nicht mal, dass wir Schneeleoparden hier haben“, kichert er, „aber er ..hi hi ..hat einen gefunden! Einfach so!“. Dinkelbrot hastet zur Bar und prostet wenige Augenblicke später mit den Eichhörnchen.
Im Anschluß an die Turnhalle besuchen wir Frau Soßenbinder. Sie ist die Besitzerin der örtlichen Pension „Zum Freudenhaus“ und hat neuerdings ein paar Probleme. Ein Problem, sagt sie, krakselt dort oben am Säuwatz entlang. Ihr anderes Problem steht damit im unmittelbaren Zusammenhang. Es heißt Herr Bratfisch, und der ist vom Finanzamt.
Beide stehen vor einer schier endlosen Fläche an Fotografien, die Herr Bratfisch ordentlich sortiert aneinander gereiht hat. Aus dem obersten Fenster des „Freudenhaus“ sieht die Foto-Collage aus, wie der Lageplan der Pension. Frau Soßenbinder sticht erregt mit dem Zeigefinger in die Nordostflanke des Säuwatz. „Diese Person hat JEDEN Millimeter meines Hotels fotografiert“. Frau Soßenbinder packt den Finanzbeamten am Schlawittchen und rüttelt ihn durch: „Hören sie?? JEDEN!!“
Herr Bratfisch hat Mühe sich der erzürnten Dame zu erwehren. Dann wird er diplomatisch. „Wir haben anhand der detaillierten Flickr-Fotoserie die exakte Summe der Quadratmillimeter dieser Pension errechnen können. Wir kamen zum Schluß: Frau Soßenbinder hat über Jahrzehnte hinweg die gesetzliche Besteuerung für exakt drei zusätzliche Quadratzentimeter unterschlagen. Ausserdem haben wir noch ein nicht gemeldetes Fernsehgerät in einer Zwischenwand entdeckt“. Herr Bratfisch deutet auf ein finsteres Fotoset, welches einen überraschten World of Warcraft Gnom mit Zylinder vor einem Fernsehapparat zeigt. Auf der Mattscheibe flimmert ein Elfenporno.
„Das ist doch alles Firlefanz“, brüllt Frau Soßenbinder. „Sehen sie doch mal hier… dieser Teil ist doppelt fotografiert worden!“. Herr Bratfisch beugt sich herunter und starrt intensiv auf ein Stück abfotografierte Tapete. Frau Soßenbinder packt die Gelegenheit sprichwörtlich beim Schopfe, und beschert dem Kopf von Herrn Bratfisch eine beschleunigte Bewegung Richtung Pflaster.
Zurück auf dem Marktplatz haben wir offenbar einige neue Sichtungen verpasst. „Zweiundzwanzigtausendsiebenhundertzweiundvierzig“ seufzt die Frau mit dem Klemmbrett und macht einen weiteren Strich. Indess beschäftigt sich eine etwas ratlose Edna Dinkelbrot mit einer fremden Dame, welche erst Minuten zuvor mit einem kleinen Firmenlieferwagen nach St. Gschwumbl kam.
Die fortwährend quasselnde Frau trägt ein grellbuntes Trachtenkostüm, ein Jägerhütchen auf dem Kopf und obenauf …einen Telefonhörer aus Plastik. „Ich bin die Christl von der Post“, spricht sie im feinsten Dialekt und kramt in ihren Unterlagen. „Ich soll hier 200 Speicherkarten abliefern und einen 16.000 kbit ADSL2 Anschluss schalten für einen …Herrn Jörg ..ähm…“
posted by SevenSpiders, in erbetener Urlaubsvertretung für Crosa. Jeden Tag krieg ich das aber nicht hin. Keiner bedauert das so sehr wie ich 😉
