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Krankenhaus Tag 2
6:25 in 5 Minuten wird die Tür aufgehen und die Schwester kommt mit dem feschen hinten offenen kleid für mich zur Tür rein. Dank der mir-ist-alles-egal Pille gestern Abend hab ich relativ gut geschlafen. Heute morgen um 5.50 uhr dann wecken, duschen Zähneputzen, ein letztes Telefonat, und jetzt um diese letzten doch ziemlich unerträglichen Warteminuten zu überbrücken das vertraute leise summen des Laptops. Ringe, Kette und Ohrring hab ich gerade abgenommen, auch ein sehr komisches Gefühl, Kette und Ohrring nehme ich nie ab, die Ringe im Training. Fühlt sich nackt an.
Gleich wird mir jemand einen schlauch in meinen hals stecken und mir den selbigen aufschneiden. Trotzdem muss ich sagen, ich bin eigentlich ziemlich relaxed. Ich hätte jetzt gern ein einskaltes Coke light.
So, Laptop wieder runterfahen, und in dem Schrank sperren. Mal sehen wie es mir geht wenn ich ihn wieder einschalte. Ach, was solls, alles wird gut. Bestimmt…..
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Krankenhaus Tag 1
19:09 Uhr, der Tag ist vergangen wie im Flug, obwohl so gut wie nichts passiert ist. Viel Ipod hören und lesen. Eigentlich müsste ich völlig angespannt und aufgekratzt sein, doch ich fühl mich eher absolut beruhigt. Nein, meine alles wird gut Tablette liegt noch neben mir, die gibt es erst um 21.00 Uhr. Ich fühl mich einfach entspannt. Dieser ganze Tag nichts tun tat irgendwie gut. Auch dieses Krankenhausekelgefühl will sich nicht so recht einstellen.
Morgen früh um 6 Uhr werde ich geweckt, dann bleibt mir eine halbe Stunde zum frischmachen, anschließend wird es ernst, ich bin der erste. Da kann ich gut mit leben. Ich hoffe einfach der Arzt ist früh etwas fitter als ich das bin. Nach einer guten Stunde ist alles vorbei, dann noch 2 Stunden Aufwachraum und dann geht es zurück aufs Zimmer.
Abendessen hab ich schon hinter mir, war gar nicht so schlecht wie erwartet. 3 Scheiben Brot, Butter und 6 Scheiben Wurst, etwas Gemüse, eine Schüssel Suppe und eingelegte Pfirsiche. Meine Krankenhausdiät-Pläne hab ich auf morgen verschoben, ich war gerade eben unten im EG und hab mir am linken Automaten eine Tafel Ritter Sport mit ganzen Erdnüssen und im rechten Automaten ein Magnum Mandel gezogen. Das hab ich mir gegönnt.
Ich bin immer noch alleine in meinem riesen Zimmer, bin da aber auch nicht richtig traurig drüber. Die Ruhe tut irgendwie gut. So, ich werde mir jetzt noch einen Teil Battlestar Galactica 2003 ansehen, ich bin mal gespannt wann ich dazu komme diesen Text hier hochzuladen, wer weiß, vielleicht schon morgen Nachmittag ? Ich lass mich überraschen. Schönen Abend noch, allerseits….
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Rat mal, wer zum bloggen kommt
dpa Nürnberg
Im Rathaus brennt noch Licht. Gespannt starren Bürgermeister und Bedienstete auf einen Computermonitor. Sie warten auf Neuigkeiten. Doch heute, am Donnerstag den 19. April 2007, tut sich nix …auf ‚Facing-my-life.de‘.„Wir haben schon über eine Stecke von 7 km den Asphalt aufgerissen, Pflastersteine hochgehoben und alte Omas umgeschubst“, sagt der Bürgermeister und wischt sich den Schweiß von der Stirn. „Aber die DSL Leitung scheint in Ordnung“.
„Wir wissen es nicht! Wir wissen nicht, wie es ihm geht, oh Herr. Wir können es nicht herausfinden!“, gibt eine spärlich bekleidete, junge Sekretärin schreiend zu Protokoll, während sie an uns vorbei über den Flur des Rathauses läuft.
Auch die Dame vom Empfang ist völlig in Tränen aufgelöst: „Wir hätten ja längst schon mal im Theresienkrankenhaus angerufen und uns erkundigt“, schluchzt sie, „aber ich kann das Telefonbuch nicht unter meinem Stuhlbein herausziehen, sonst kippelt der Stuhl“. Dann ändert sich schlagartig ihr Gesichtsausdruck. „..und das macht mich WAHNSINNIG, wenn der Stuhl kippelt. Hören sie? WAHNSINNIG!“, faucht sie inbrünstig, und ihre Oberweite schwappt aus der engen Bluse.
Der sonst so friedfertige Herr von Standesamt steht unsicher mit einem angeklebten Bart und einem Dreizack bewaffnet im Foyer. Er berät in einem kleinen Kreis weiterer Mitarbeiter, ob man es riskieren könne, die Telefonistin unauffällig auf den Scheiterhaufen zu werfen. Schließlich wäre die Glut noch warm und beim Admin der IT hatte es ja auch schon funktioniert.
Es ist jetzt kurz vor Neun. Auf den Fensterbänken im obersten Stock herrscht ein arges Gedränge, aber niemand will zuerst springen, bevor der Kaffee im Haus nicht wirklich restlos alle ist. Da kommt mit kreischenden Reifen ein schwarzer Mercedes vor dem Rathaus zum stehen. Die Tür öffnet sich. Mit schmatzenden, stöhnenden Lack-auf-Leder Geräuschen entsteigt dem Gefährt: Die Fürther Landrätin Pauli, gekleidet in ihrer allseits bekannten Freizeitkluft.
Ein scharfer Knall ist zu hören, als die schöne Landrätin mal kurz ihre Peitsche durch die Luft sausen läßt. Es ist plötzlich ganz still. „Herhören!“, ruft sie im herrschenden Tonfall, „Ich habe zwar keine Neuigkeiten aus dem Krankenhaus …doch immerhin weiß ich etwas anderes“. Die Türen des Rathausportals platzen förmlich auf und Mensch und Maschine stürzen unsortiert auf den Vorplatz, um der Landrätin auf Knien zu huldigen und ihr die Stiefel zu lecken. „Erzähl es uns“, frohlockt der Mob, „sagt uns, was hier gespielt wird“
Derweil kramt die Landrätin seelenruhig ein Schriftstück aus ihrer schwarzen Lackhandtasche. Es ist eine Email. „Onkel Crosa hat Bedenken!“, verkündet sie unheilsschwanger und läßt genüsslich ihre Blicke über die Rathausinsassen schweifen, die mit entsetztem „Oh weh“ erneut das Pflaster küssen. „Er hat Bedenken des heutigen Donnerstags wegen. Er kann heute …nicht bloggen!“
Unter den Anwesenden bricht Zeter und Mordio aus. Pauli hat Schwierigkeiten, die apokalyptische Stimmung wieder unter Kontrolle zu bekommen. „RUHE“, brüllt sie, „RUHE verdammt noch mal“ und läßt wieder die Peitsche knallen. Sofort herrscht wieder Stille. „Was heißt das, ‚Er kann nicht blocken‘? Was nicht blocken?“, entblödet sich spärlich bekleidete, junge Sekretärin aus den hinteren Reihen zu fragen. Der Mann vom Standesamt piekt ihr den Dreizack in den Hintern und genießt es sichtlich.
„Aber weil Crosa nicht will, dass der heute Donnerstag ein unbeschriebenes Blatt bleibt“, fährt Pauli fort, „hat er einen Gastaccount eingerichtet“. Niemand wagt es zu atmen. Dutzende gebannter Blicke hängen an den knallroten Lippen der Landrätin. „Und dieser Gastaccount“, ruft sie und hält die Email hoch, „ist gerichtet an:“. Eine dramatische Pause folgt. Das gleichzeitige Einsaugen von Atemluft in der Masse erzeugt kurzzeitig ein Vakuum, dem eine vorbeiziehende Schwalbe zum Opfer fällt.
„Seven Spiders“, posaunt Pauli triumphierend heraus und läßt die Email im Wind flattern, so dass die ISO-Zeichenkodierung durcheinander gerät. In der nächsten Sekunde verwandeln sich dutzende Gesichter der Extase in sprichwörtliche Fragezeichen. „Äh, ..wer?“ fragt jemand. Frau Pauli rutscht der Triumph vom Gesicht auf’s Pflaster. Der Mann vom Standesamt und unterbricht sein erregtes Handgemenge mit der Sekretärin. „Och nee jetzt, oder?“
posted by SevenSpiders, weil Crosa das so wollte
*wegduck* -
Krankenhaus-Gruß
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Theresienkrankenhaus 12.18 uhr
12:18 Uhr, unglaublich eigentlich, schon über 2 Stunden hier. Und wesentlich angenehmer als ich es mir auf der Fahrt hierher vorgestellt hatte. Genau in dem Moment in dem ich ins Auto eingestiegen bin meldete sich dieses unschöne Gefühl tief in mir, dieses Fuck was machst du jetzt eigentlich, du bist unterwegs ins Krankenhaus uns lässt dir den Hals aufschneiden. Die letzten Tage und auch die Nacht zuvor war ich völlig relaxt und machte mir überhaupt keine Gedanken. Jetzt um 12:18 ist alles wieder gut, und ich bin in Bezug auf die OP wieder so cool wie die Tage zuvor. Was solls, morgen früh kommt die Narkose Tante, gibt mir die blaue Pille und dann geht das los.
Der Check in hier war sehr angenehm. Gerade zur Tür rein, und den Infopunkt gesucht, schaute mich schon eine wirklich nett dreinblickende Schwester in dunkler Tracht an und bemerkte anhand meines Rucksacks und kleinen Koffers natürlich sofort dass ich zur Anmeldung möchte. Dort angekommen musste ich mehr Unterschriften leisten als beim Kauf eines Hauses, oder bei der Überschreibung aller Vermögenswerte. Der Krankenhausangestellte fand die Tatsache selber sehr belustigend, mein „Krankenhausunwohlsein“ besserte sich merklich.
Anschließend ging es auf meine Station C2, mein Zimmer war noch nicht ganz fertig, nach dem Platznehmen am Ende des Ganges kam auch schon ziemlich zeitnah der Stationsarzt und entführte mich in sein Sprechzimmer. Es wurden kurz die Einzelheiten des morgigen Eingriffs erläutert:
Ich bekomme einen Tubus (Beatmungsschlauch), der in die Luftröhre eingeführt wird, nachdem ich eingeschlafen bin (Intubationsnarkose). Dann wird die linke Hälfte meiner Schilddrüse entfernt und anschließend sofort untersucht. Im Idealfall ist alles gut, und der Knoten entpuppt sich als Zyste oder ähnliches, gutartiges. Solle allerdings der worstcase eintreten und das Gewebe bösartig sein, wird ggf. gleich die komplette Schilddrüse entfernt. Positiv an dem ganzen ist, ich bekomme nix mit, da ich ja eine Vollnarkose bekomme.
„Wenn sie morgen aufwachen und einen Schlauch links haben, war alles gut, haben sie rechts auch einen 2. Schlaucht ist das auch nicht so schlimm, dann haben wir Ihre Schilddrüse komplett entfernt aber das auch nicht so schlimm…“ hihi, der Mann hat Humur.
Anschließend ging es noch mal zum Ultraschall, hier auch sehr humorvolle Menschen die gleich mein ausgezogenes Spanien-T-Shirt behalten wollten. Wieder auf meiner Station angekommen konnte ich auch mein Zimmer beziehen. Dank privater Zusatzversicherung ein 2-Bett Zimmer das eigentlich für 3 Betten gedacht ist. Dementsprechend voluminös und noch unbesetzt, ich konnte mir also das Bett am Fenster sichern. Strike
Die Narkoseärztin war auch schon hier, ich bin also für heute fertig. Kurz nach 12 Uhr gab es Mittagessen. Gut, hierauf war ich schon mehr als gespannt, ich bevorzuge ja eher die scharfe, gut gewürzte Küche, natürlich war klar, hier komme ich disbezüglich nicht auf meine Kosten. Trotzdem war ich sehr, sehr angenehm überrascht. Die Suppe schmeckte für Krankenhausstyle vorzüglich. Die Pute mit Tomatensauce und Currysauce war auch keinesfalls langweilig. Dazu gab es leckeren Salat mit schmackhaftem Dressing und Schokoladenpudding.
Gerade (12:40) kam die Essensschwester nochmals mit einer Kanne Tee und einem Stück Kuchen. So lässt sich das hier aushalten. Meinen Multimediauniversalchip habe ich bereits mit 20 EUR aufgeladen, (5 Eur) Pfand. Damit lässt sich die neben dem Bett Befestigte Multimediatragarmsäule bedienen. Telefon und Mini-TV mit Radio sind dort am Ende des mehrgelenkigen „Arms“ befestigt. Im Infoheft des Krankenhauses befindet sich eine ausführliche Bedienungsanleitung. Meine autarke Multimediaausrüstung befindet sich ja gerade im Moment bereits in Betrieb (Ipod-Nano und Laptop) leider ohne W-Lan, also gibt es diesen Bericht zeitverzögert, vermutlich nach meiner OP am Donnerstag. (Nein kais tipp mit opera auf dem smartphone fast live 🙂 )
Ich bin von mir selbst angenehm überrascht, kein Unwohlsein in der Magengegend, eher relaxt und entspannt. Long turn round DVDs und diverse andere Serien sind in meinem Rucksack, alle Fotos 2007 liegen auf der Festplatte um endlich mal ordentlich sortiert und verschlagwortet zu werden. Gerade läuft der Soundtrack zu L-Word Staffel. Sehr schöne Musik.
Ich werde Sonntag entlassen, Morgen, also Donnerstag morgen operiert, 1 bis max. 2 Stunden. Besuchsfähig ab Nachmittag, evlt. wird das Sprechen noch etwas schwierig, wegen den Nachwehen des Betäubungstubus, ich lasse mich überraschen.
Bisher bin ich sehr positiv von dem Theresienkrankenhaus überrascht. Ich werde mich jetzt auf meinen Kuchen stürzen und dann mein Buch anfangen. Die aktuelle Spiegelausgabe wartet ebenfalls auf mich. Nur eines fehlt mir sehr, meine Canon lach
