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Verantwortung

Eines der Dinge die einem ziemlich schnell im Kopf rum spukt sobald die Vaterrolle an die Tür klopft ist Verantwortung. Auch wenn man sich bislang nicht all zu viele Gedanken um dieses Wort gemacht hat. Ich meine es ist kein Bürde. Es nervt nicht, es passiert einfach. Man(n) ändert sich, denkt nicht darüber nach.

Eine gängige Redewendung ist: „Die Verantwortung lastet schwer auf meinen Schultern“

Ich habe das nie so gesehen die letzten 4 Jahre. (eigentlich schon in der Schwangerschaft). Man wächst einfach in die Rolle hinein. Lässt sich nicht vorhersagen, passiert einfach so.

Jedenfalls heute hatte die Verantwortung eine… wie sage ich das jetzt, fast wörtliche Wendung genommen. Wörtlich im Sinne von „Die Verantwortung lastet schwer auf meinen Schultern“ Wie ist das gemeint ?

Ich war heute mit dem Junior allein in der Innenstadt, unter anderem gab es ein lecker Eis für den Junior.Tolles Wetter, alles bestens. Dann war der Junior geschafft, hatte nicht mehr wirklich Lust zu laufen. Also Junior auf meine Schultern. Rucksack hatte ich auch dabei. Kamera, Wasserflasche, bisschen was zu futtern.

Gut, ich meine ich bin ja jetzt nicht gerade eine Bohnenstange, also kein Problem. Von der Eisdiele kurz vor dem Hauptmarkt zurück Richtung Dr. Erler Klinik. Und genau da ist es passiert. Ein Stück unterhalb vom Kaffee Treibhaus, schon fast in Sichtweite Dr. Erler passiert es. Offenbar ein Moment der Unachtsamkeit. Mein linker Fuß tritt ins Leere, ich dachte da wäre noch Gehsteig. Doch leider hatte der Gehsteig schon aufgehört. 18 Kg Junior, 107 Kg Herr Crosa, 2 Kg Rucksack, alles auf dem umgeknickten Fuß.

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Adrenalin pumpt sich durch meine Blutbahn. Mein Fuß ist nicht mehr vorhanden, irgendwie Matsch. In meinem Hirn klingeln die Alarmglocken, du darfst nicht fallen, du hast zu wertvolle Fracht, egal was jetzt mit deinem Fuß ist, du wirst jetzt einen Schritt nach dem anderen Machen, du wirst weiter gehen. Schmerz zuckt durch den Fuß, eine Mischung zwischen Lava, Gummi und Messerstichen, es fühlt sich an als würde der Fuß das Gewicht nicht tragen, zwei schnelle Schritte… ich erlaube meinem Gehirn mir keine Bilder eines Sturzes zu senden. Ich verbiete es einfach. Der nächste Schritt, ich spüre ich habe kein Schieflage mehr, das Gleichgewicht kommt zurück. Der nächste Schritt…

Dann die Überraschung. Ich kann weiterlaufen. Kurzer Schmerz, nächster Schritt: es funktioniert. Ich hatte Scheiss Glück !
Alles ist gut gegangen. Ich bin glücklich und setzte den Weg zum auto fort. Schnalle den Junior fest und sitze zufrieden im Auto.

Auch wenn jetzt gerade am Sofa der Fuß schmerzt, egal. Das hätte sehr böse ausgehen können. Nur Asphalt um mich herum. Ist es aber nicht.

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3 Kommentare

  1. Sebastian Sebastian

    Gut das nix schlimmes passiert ist… gute Besserung an deinen Haxen 😉

  2. Genau so ging es mir am 01.01.2016 mit dem Kind meiner damaligen Freundin auf dem Arm. Ich konnte das Fallen nicht verhindern, jedoch sagte mir ein Verantwortungs-Reflex, dass die Kleine bloß nicht aufprallen darf. Ist sie auch nicht. Stattdessen eine gebrochene Schulter bei mir aber das war nur eine Kleinigkeit.

  3. Crosa Crosa

    Fuck. Gebrochene Schulter ist alles andere als eine Kleinigkeit. Gut, natürlich auf jeden Fall besser als ein verletztes Kind. Respekt Herr Axel

Kommentare sind geschlossen.