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Reinzoomen

Ich war je einige Jahre mit einer Vollformatkamera fast nur mit Festbrennweiten unterwegs. Meine Devise lautete fast ausschließlich: „Blende möglichst weit auf“ Freistellen, Freistellen, Freistellen.

An meiner Liebe zum Freistellen hat sich wenig geändert. An meiner Kamera schon. Die gute alte 5D kam in die Jahre und der Wunsch nach einer Kamera mit ein wenig mehr technischer Unterstützung wurde laut. Als Vater eines fast 1,5 jährigen Sohnes ist das Budget einfach sehr, sehr begrenzt.

Es ging also zurück zum Crop-Format. Eine wirklich spannende Erfahrung, das kann ich euch sagen. Der Schritt ist ja aktuell genau anders herum. Als Marketing-Gegenschlag zu den immer beliebteren Systemkameras versuchen die großen 2 Vollformat zum heiligen Gral zu machen.

Ich mag da jetzt aber nicht darauf eingehen, vielmehr MEINE Erfahrungen mit dem Schritt „zurück“ etwas näher belichten. Meine alte Vollformat hatte 12 Megapixel, die neue 24 MP Die alte hat alles Verziehen, hat gezaubert, hat Objektive aufgewertet die gar nicht so toll waren.

Die neue verlangt eher genaues Arbeiten, verzeiht sehr wenig Fehler, zumindest wenn die Blende ehr offen ist. Doch man lernt sich kennen. Geniesst die Vorteile, wie die tolle Iso-Automatik, das schwenkbare Display, die Handlichkeit, das geringe Gewicht.

Auf der Modellbaumesse bin ich zuerst mit dem Nikon AF-S Nikkor 50mm 1:1,4G Objektiv
rumgerannt. Nach dem Mittagessen, also ungefähr zur Halbzeit hab ich dann das 18-105 Zoom vor die Nikon geschraubt. Ein Objektiv welches ich zu Zeiten meiner 5D für Teufelszeug gehalten hätte. Viel zu Lichtschwach, geht gar nicht.

Ich habe dann genau 2 Szenen nochmals fotografiert die ich zuvor mit dem 50 1.4 abgelichtet hatte. Was stellte ich fest ? Die weiter geschlossene Blende tat dem Foto gut, der Schärfebereich war mit Blende 6.3 wesentlich brauchbarer. Gut, die Brennweite hatte sich deutlich erhöht, mit 90mm:

DSC_5551

Doch das Bild wurde genau so wie ich es eigentlich haben wollte. Ich hatte einfach meine Scheuklappen auf, war der Meinung mehr als 2.8 in der Halle wären zu viel, mehr als Blende 2.8 würde nicht mehr freistellen.

Genau das Gegenteil war der Fall. Das Bild brauchte die geschlossenere Blende um einen größeren Bereich scharf zu stellen um mehr der einzelnen Figuren zu erwischen.

Im zweiten Bild war es noch krasser:

DSC_5549

Der Ball wurde überhaupt erst mit Blende 6.3 „sichtbar“ zuvor war entweder Ball oder Spieler scharf, niemals beide. Natürlich wäre noch mehr Blende bei dem Bild noch besser gewesen. Doch das erkennt man oft erst auf dem Monitor zu Hause. Ich war allerdings schon bei 1/320. Gut, ich hätte auch den VR nutzen können, das wäre sicher auch mit 1/50 noch was geworden. Doch ich hatte meine ISO-Automatik an. Die ist am Crop ein bisschen schärfer geschalten. Eben weil die 24 MP sehr genaues Arbeiten (ruhige Hand) benötigen.

Mit hat es wieder gezeigt, das Zoom mit dem großen Brennweitenbereich muss einfach öfter vor die Kamera, auch mal in Situationen in denen ich es eigentlich nie benützen wollte.

Ich glaube ich bin einfach doch eher der Tele-Typ. Schön nah ran, mitten rein ins Bild. DAS ist genau meins. 🙂

2s Kommentare

  1. Kann ich gut verstehen und nachvollziehen.
    Mir ging es Anfang der Woche genauso, als ich meine Warhammerfiguren vor der Nase hatte. Blende 2.8 mag draußen mit viel Abstand und bei größeren Sachen total super sein, führt aber selbst bei den „großen“ Minis von GW dazu, dass die Nasenspitze scharf ist und der Rest eher nicht.
    Selbst die Blende 8 ist das schon grenzwertig, auch wenn es für mich schon sehr sehr sehr geschlossen ist. Im White Dwarf war sogar die Rede von „geh hoch bis 22“. So weit hab ich es dann aber doch nicht getrieben 😉

  2. Crosa Crosa

    @Hazamel
    Ja, für die Minis würde ich dir ein Makro empfehlen. Hab da mal die Minis eines Kumpels fotografiert. Das ging recht gut. Aber da dann am besten mit Blitzanlage, dann kannst die Blende wirklich mal über 10 aufdrehen. Bei deinem Lichtzelt war das ja schon ganz kewl.

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