Monatliches Archiv: September 2006

Klick, erste halbe Stunde bitte vorspulen

Klick
Adam Sandler. Für mich stand dieser Name immer für einen eher unbegabten möchte gern Schauspieler mit eher flachen Filmen. Vor kurzem sah ich dann auf Premiere 40 erste Dates und dachte mir, na ja, langsam wird der Junge ja.

Heute ins Kino zu gehen und Klick anzusehen stellte in gewisser Hinsicht trotzdem ein Risiko da. Der Film beginnt und eines der schlimmsten Cineastischen Verbrechen die mir angetan werden können bricht über mich herein:

Grottenschlechte Syncronstimme von Adam Sandler.

Der Film selbst dümpelt so vor sich hin, die bekannten Gags aus der Vorschau werden abgespult, und ich überlege was ich mit dem Geld der Eintrittskarten alles hätte anstellen können. Doch genau in dem Moment als die Universelle Fernbedienung anfängt Ihr wahres Gesicht zu zeigen, ändert sich der Film gravierend. Die platten bereits bekannten Gags nehmen ab, und ein verzweifelter Kampf des Protagonisten sein Leben zurück zu bekommen beginnt.

Die Familie als das höchste Gut. Die späteren Lebensabschnitte des Hauptdarstellers wirken völlig anders als die erste halbe Stunde des Films, die Maskenbildner haben ganze Arbeit geleistet, der gealterte Hautptdarsteller wirkt glaubhabt. Adam Sandler scheint für mich an das erste Mal in diesem Film erkannt zu haben das er ein Schauspieler ist der eine Rolle rüberzubringen hat.

Für viele mag die Message und deren Umsetzung kitschig anmuten, doch für mich völlig überraschend schafft der Film es mich mit zuziehen, und die schlechte Synchronstimme zu vergessen, ebenso wie die grottenschlechte erste halbe Stunde. Ich sitze im Kinosessel, fiebere mit Adam mit, spüre den Schmerz, kann mich in ihn hinein versetzen, nehme die Filmwendung dankbar auf und gebe mich ganz dem Film hin.

Wie würde ich den Film bewerten ? Hm. Da muss ich lange nachdenken. Vielleicht 7,5 von 10 Punkten, und dann noch 2,5 Punkte abziehen für die schlimme erste halbe Stunde ? Ja, ich glaube das kommt hin, 5.5 trifft es ganz gut.

Ich bin sehr gespannt auf weitere Meinungen. Gesondert zu erwähnen ist da natürlich noch Christopher Walken. Auch wenn er nicht sein ganzes Können zeigt, so ist er trotzdem ideal besetzt.

Ein feiner Kerl

17 Jahre lang hab ich ihn gegrüßt. 17 Jahre lang war er ein feiner Kerl. Er hatte seine Eigenarten, klar, aber wer hat die nicht. Er war einer der älteren Kollegen, einer derjenigen die schon lange in der Branche sind. Einer der von den Kunden gemocht wurde. Es fällt mir immer noch schwer mich damit abzufinden das er heute sehr kurzfristig entlassen wurde.

Eine Entlassung ist immer unschön. Doch oft nachvollziehbar. Umso schwerer ist es in so einem Fall. Wenn es eben nicht nachvollziehbar ist.

Ich konnte mich nicht mal verabschieden.
Winken

Machs gut du feiner Kerl, ich drücke dir die Daumen das du bald wieder unter kommst.

Schuld

Eines vorneweg: Ich möchte niemand in Schutz nehmen, niemanden zu Nahe treten, einfach nur zum Nachdenken anregen. Ein schreckliches Unglück hat sich hier in der Nähe von Nürnberg in Lehrberg ereignet. 5 Menschen sind gestorben, zwei schweben immer noch in Lebensgefahr, viele sind schwer Verletzt. Eine schreckliche Verwüstung hat stattgefunden. Es wurde ermittelt, wie konnte der Gastank explodieren ?

Als ich heute auf dem Weg nach Hause im Radio erfahren habe das offenbar ein Monteur irrtümlich einen defekten Gashahn ausgebaut hatte habe ich mir versucht vorzustellen wie dieser Mensch mit einer derartigen Schuld umgehen kann.

Hat nicht jeder mal einen Tag an dem er irgendwas in den Sand setzt ? Einfach kurz unkonzentriert ist, mit den Gedanken wo anders ? Vielleicht ein Streit am Vortag, von der Freundin/Frau/Lebensgefährtin verlassen worden ? Ich denke jedem von uns ist so was schon mal passiert. Eine kurze Unachtsamkeit/Gedankenlosigkeit im Berufsalltag und es ist passiert. Natürlich lässt sich das nicht so einfach vergleichen und wir werden vermutlich auch niemals erfahren warum dieser Fehler passiert ist. Wer an einem Gastank arbeitet hat das mit ganz anderer Sorgfalt zu tun als ein Bäcker beim Brötchenbaken. Im obigen verlinkten Beitrag heist es unter anderem:

Nach der Entfernung des Ventils seien zwei Kilo Propangas pro Sekunde aus der Öffnung geströmt. Der Druck sei viel zu groß gewesen, um es wieder anzuschrauben. «Es war auf jeden Fall ein Fehler, das Ventil raus zu machen», sagte der Oberstaatsanwalt. Absicht sei dem Handwerker jedoch nicht zu unterstellen.

Ich möchte mir auch kein Urteil über den beschuldigten Erlauben, mir sind nur genau diese Gedanken den Rest des Weges durch den Kopf geschossen.

Den Angehörigen wurde ein geliebter Mensch genommen. Dieser Verlust ist durch nichts zu ersetzen. Die Frage der Schuld liegt schwer im Raum. Fahrlässige Tötung in fünf Fällen wird wohl die Anklage lauten. Egal welche Strafe, keine wird schwerer wiegen als die Schuld die der Monteur für den Rest seines Lebens mit sich tragen muss.

Vielen Dank, Siemens

benq
Schön das jetzt Schluß ist mit Mobilfunktechnik aus Deutschland. Eine weitere Technologiesparte die aus diesem Land abwandert. Das Management von BenQ lacht sich wahrscheinlich gerade schief über den 3-stelligen Millionenbetrag den es noch dazu gab. Vielen Dank für den Weitblick. Hauptsache der Aktionär ist glücklich. Wo entwickelt sich dieses Land hin ? Alles was nicht profitabel ist wird sofort abgestossen ? Unternehmensziele auf 3 Monatsberichte ausrichten ?

Streiche Made in Germany und ersetze durch Technologienachwuchsland. Asien wird über uns hinweg fegen wie ein Sturm.